1936 AJS 7R

1936 AJS 7R

Urahn des Boy Racer 

A.J.S. blieb bis Mitte der 1920er Jahre in der 350 ccm-Klasse mit ihren ohv-„Big Port“-Modellen und drei Europameistertiteln äußerst erfolgreich. 1927 favorisierte man eine neue Konstruktion, die in ihren Grundzügen bis in die 1960er bestehen blieb. Diese sollte in Konkurrenz zu Velocette und Norton treten, die richtungsweisend die obenliegenden Nocken durch Königswellen antrieben. 

A.J.S.-Chefkonstrukteur Phil Walker setzte aber auf eine gekapselte Rollenkette mit Spannvorrichtung. Die unter Fans „Kettel“ oder „cammy Ajay“ genannten Maschinen, in der 7R-Version mit 350 ccm, als 10R mit 500 ccm, hatten Aluminiumzylinder und – köpfe. Im Entstehungsjahr der 7R holte Jimmy Simpson mit ihr drei Grandprix-Siege und damit die Europameisterschaft. 

Die 7R wurde konsequent weiterentwickelt und damit zum Großvater des berühmten Boy Racer, einer ab 1949 bei Privatfahrern beliebten Serienrennmaschine. A.J.S. gehörte zur 1938 gegründeten Associated Motor Cycles (AMC-Gruppe), die auch die Marke Matchless beinhaltete. Auch der Production Racer Matchless G 50 setzte erfolgreich auf die Steuerkette. 

In den 1950er Jahren wurde die 7R die erfolgreichste Produktionsrennmaschine der 350er-Juniorklasse. 

Der technische Mitarbeiter Sven Heimberger erläutert Details der Ausstellung und öffnet den Blick für technische Raffinessen und Besonderheiten.