1939 DKW 350 SS

1939 DKW 350 SS

Kraft aus fünf Kolben 

1949, ein Jahr vor Ende der Kompressor-Ära, konnte „Sissi“ Wünsche mit einer 350 SS vor Roland Schnell auf einer Norton Spezial und Wilhelm Herz auf einer NSU Kompressor Deutscher Meister werden. 

In der Viertelliterklasse blieb DKW kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mit ihren aufgeladenen Zweitaktern nahezu unschlagbar. 1938 versuchte sich das Werksteam mit den neuen Rennern Typ UL bzw. US in der 350 ccm-Klasse. DKW hatte hier national beste Chancen und fuhr auch die Deutsche Meisterschaft ein. International blieben die starken Gegner Norton und Velocette. Erst 1939 unterlagen diese Heiner Fleischmanns DKW, der damit den Titel in der Europameisterschaft errang. 

Für Privatfahrer bot DKW ab 1939 eine Kleinserie der 350 SS an, die in großen Teilen der 1938 Werks-UL entsprach: Zwei Doppelkolben, daher vier Kolben, mit 180° Kurbelwellenversatz, und eine Ladepumpe, die wechselweise jede Kurbelkammer überlädt. Also in der Summe fünf Kolben in Bewegung, wenn diese Super Sport lautstark und kraftvoll im Einsatz war. Das Fahrwerk hatte eine Geradeweg-Hinterradschwinge, Typ Benelli. 

Es wurden lediglich etwa zwanzig 350 SS gebaut. Diese Maschine kehrte aus Polen bzw. Schweden zurück und befindet sich in unrestauriertem, originalem Zustand. 

Der technische Mitarbeiter Sven Heimberger erläutert Details der Ausstellung und öffnet den Blick für technische Raffinessen und Besonderheiten.