1952 DKW 350 Dreizylinder

1952 DKW 350 Dreizylinder

Die Singende Säge 

Diese Werksmaschine, wegen ihres typischen Heulens „Singende Säge“ genannt, war eines der aufregendsten Rennmotorräder seiner Zeit. 1953 konnte Siegfried „Sissi“ Wünsche mit ihr die Deutsche Meisterschaft gewinnen. 1955 und 1956 wurde August „Gustl“ Hobl mit der weiterentwickelten Version Deutscher Meister, 1956 außerdem Vizeweltmeister. 

Die Konstruktion des Ingenieurs Erich Wolf mit der ungewöhnlichen Zylinderanordnung sollte man 1982 in der Honda NS 500 wiederfinden. Damit bewies DKW, dass der unaufgeladene kolbengesteuerte Zweitakter absolut konkurrenzfähig wurde. Allerdings führte der waghalsige Leichtbau, der die anfangs mangelnde Leistung kompensieren sollte, wiederholt zu Ausfällen und damit zur Ablösung Wolfs durch den Ingenieur Helmuth Görg. 

1955 zeigte die nun unter Görg komplett überarbeitete Dreizylinder, betriebsintern RM genannt, mehr Kraft und Standfestigkeit. Damit war ein absoluter Widersacher zur italienischen Konkurrenz am Start. Leider unterstützte das Werk nach 1956 die Perfektionierung der potentiellen Weltmeisterschaftsmaschine nicht mehr. 

Weitere bekannte Fahrer der DKW RM 350 waren Ewald Kluge, Gerhard Bodmer, Hans Bartl und der Engländer Cecil Sandford. 

Der technische Mitarbeiter Sven Heimberger erläutert Details der Ausstellung und öffnet den Blick für technische Raffinessen und Besonderheiten.