1954 Horex RS 350

1954 Horex RS 350

Die letzte Horex-Werksrennmaschine 

Sämtliche Versuche von Horex, in der Halbliterklasse mit Werksrennmaschinen Fuß zu fassen, hatten kreative Ansätze, endeten aber mit zu wenig Erfolg. So versuchte es die Firma mit dieser Neukonstruktion in der 350 ccm-Klasse ein letztes Mal. 

Die Horex RS 350 war ein unkonventionelles Studienobjekt. Bei vorigen Modellen lief die Steuerkette zwischen den Zylindern. Das Team um Techniker Alfred Schlachter entschloss sich hier zu einer seitlichen Kapselung des Dreiecktriebs. Der Motor hängt im unten offenen Brückenrahmen, wie es bei NSU üblich war. Vorne federt eine Kurzschwinge, die Hinterschwinge ist schräg angestellt. Mit der Verkleidung orientierte sich Horex an der Delphinform von Moto Guzzi und NSU. 

Zahlreiche Kinderkrankheiten wie z.B. Ölverlust machten die 

Horex RS 350 unzuverlässig. Nach wenigen Einsätzen beendete Horex grundsätzlich das Rennengagement. Der Privatfahrer Fritz Kläger überarbeitete die RS und setzte sie noch einige Male 

ein, u.a. führte das zu einem 3. Rang bei der Deutschen Meisterschaft 1957. 

Reinhard Jutzi, der 2019 verstorbene Horex-Enthusiast, übernahm die RS von Kläger und setzte sie bei Demonstrationsfahrten ein. Ihm verdanken wir die Existenz aller Horex-Werkstwins. 

Der technische Mitarbeiter Sven Heimberger erläutert Details der Ausstellung und öffnet den Blick für technische Raffinessen und Besonderheiten.